From Adventure 16: Siegfried is treacherously slain by Hagen. 8
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Die höf’sche Zucht erwies da Siegfried daran:
Den Schild legt’ er nieder, wo der Brunnen rann;
Wie sehr ihn auch dürstete, der Held nicht eher trank,
Bis der König getrunken; dafür gewann er übeln Dank.
Der Brunnen war lauter, kühl und auch gut,
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Da neigte sich Gunter hernieder zu der Flut.
Als er getrunken hatte, erhob er sich hindann;
Also hätt’ auch gerne der kühne Siegfried getan.
Da entgalt er seiner höf’schen Zucht; den Bogen und das Schwert
Trug beiseite Hagen von dem Degen wert,
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Dann sprang er zurücke, wo er den Wurfspiess fand,
Und sah nach einem Zeichen an des Kühnen Gewand.
Als der edle Siegfried aus dem Brunnen trank,
Er schoss ihm durch das Kreuze,9 dass aus der Wunde sprang
Das Blut von seinem Herzen hoch an Hagens Gewand;
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Kein Held begeht wohl wieder solche Untat nach der Hand.
Den Gerschaft im Herzen liess er ihm stecken tief.
Wie im Fliehen Hagen da so grimmig lief,
So lief er wohl auf Erden nie vor einem Mann!
Als da Siegfried Kunde der schweren Wunde gewann,
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Der Degen mit Toben von dem Brunnen sprang;
Ihm ragte von der Achsel eine Gerstange lang.
Nun wähnt’ er da zu finden Bogen oder Schwert,
Gewiss, so hätt’ er Hagnen den verdienten Lohn gewährt.
Als der Todwunde da sein Schwert nicht fand,
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Da blieb ihm nichts weiter als der Schildesrand,
Den rafft’ er von dem Brunnen und rannte Hagen an;
Da konnt’ ihm nicht entrinnen König Gunters Untertan.
Wie wund er war zum Tode, so kräftig doch er schlug,
Dass von dem Schilde nieder wirbelte genug
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Des edeln Gesteines; der Schild zerbrach auch fast,
So gern gerochen hätte sich der herrliche Gast.
Da musste Hagen fallen von seiner Hand zu Tal,
Der Anger von den Schlägen erscholl im Wiederhall.
Hätt’ er sein Schwert in Händen, so wär’ es Hagens Tod.
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Sehr zürnte der Wunde, es zwang ihn wahrhafte Not.
Seine Farbe war erblichen, er konnte nicht mehr stehn,
Seines Leibes Stärke musste ganz zergehn,
Da er des Todes Zeichen in lichter Farbe trug;
Er ward hernach betrauert von schönen Frauen genug.
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Da fiel in die Blumen der Kriemhilde Mann,
Das Blut von seiner Wunde stromweis nieder rann;
Da begann er die zu schelten, ihn zwang die grosse Not,
Die da geraten hatten mit Untreue seinen Tod.
Da sprach der Todwunde: “Weh, ihr bösen Zagen,
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Was helfen meine Dienste, da ihr mich habt erschlagen?
Ich war euch stets gewogen, und sterbe nun daran;
Ihr habt an euren Freunden leider übel getan.
Die sind davon bescholten, so viele noch geborn
Werden nach diesem Tage. Ihr habt euern Zorn
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Allzusehr gerochen an dem Leben mein;
Mit Schanden geschieden sollt ihr von guten Recken sein.”
Hinliefen all die Ritter, wo er erschlagen lag,
Es war ihrer vielen ein freudeloser Tag.
Wer Treue kannt’ und Ehre, der hat ihn beklagt;
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Das verdient’ auch wohl um alle dieser Degen unverzagt.
Der König der Burgunden klagt’ auch seinen Tod.
Da sprach der Todwunde: “Das tut nimmer Not,
Dass der um Schaden weine, von dem man ihn gewann;
Er verdient gross Schelten, er hätt’ es besser nicht getan.”
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Da sprach der grimme Hagen: “Ich weiss nicht, was euch reut;
Nun hat doch gar ein Ende, was uns je gedräut.
Es gibt nun nicht manchen, der uns darf bestehn;
Wohl mir, dass seiner Herrschaft durch mich ein End’ ist geschehn.”
“Ihr mögt Euch leichtlich rühmen,” sprach der von Niederland;
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“Hätt’ ich die mörderische Weis’ an Euch erkannt,
Vor Euch behütet hätt’ ich Leben wohl und Leib.
Mich dauert nichts auf Erden als Frau Kriemhild, mein Weib.
Nun mög’ es Gott erbarmen, dass ich gewann den Sohn,
Der jetzt auf alle Zeiten den Vorwurf hat davon,
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Dass seine Freunde jemand meuchlerisch erschlagen;
Hätt’ ich Zeit und Weile, das müsst’ ich billig beklagen.”
“Wohl nimmer hat begangen so grossen Mord ein Mann,”
Sprach er zu dem König, “als Ihr an mir getan;
Ich erhielt Euch unbescholten in grosser Angst und Not;
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Ihr habt mir schlimm vergolten, dass ich so wohl es Euch bot.”
Da sprach in Jammer weiter der todwunde Held:
“Wollt ihr, edler König, noch auf dieser Welt
An jemand Treue pflegen, so lasst befohlen sein
Doch auf Eure Gnade Euch die liebe Traute mein.
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Es komm’ ihr zu Gute, dass sie Eure Schwester ist;
Bei aller Fürsten Tugend helft ihr zu jeder Frist.
Mein mögen lange harren mein Vater und mein Lehn;
Nie ist an liebem Freunde einem Weib so leid geschehn.”
Er krümmte sich in Schmerzen, wie ihm die Not gebot,
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Und sprach aus jammerndem Herzen: “Mein mordlicher Tod
Mag euch noch gereuen in der Zukunft Tagen;
Glaubt mir in rechten Treuen, ihr euch selber habt erschlagen.”
Die Blumen allenthalben waren vom Blute nass.
Da rang er mit dem Tode, nicht lange tat er das,
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Denn des Todes Waffe schnitt ihn allzusehr.
Da konnte nicht mehr reden dieser Degen kühn und hehr.