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Sacred Hymns from the German

by Frances Elizabeth Cox

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Sommerlied. II

Es sollen dir danken, Herr, alle deine Werke; und deine Heiligen dich loben.

Geh aus, mein Herz, und suche Freud
In dieser lieben Sommerzeit
An deines Gottes Gaben:
Sieh an der schönen Fluren Zier,
Wie lieblich sie sich dir und mir
Nun ausgeschmücket haben.

Die Bäume stehen voller Laub,
Das Erdreich decket seinen Staub
Mit einem grünen Kleide:
Narzissen und die Tulipan,
Die ziehen sich viel schöner an
Als Salomonis Seide.

Die Lerche schwingt sich in die Luft,
Das Täublein fleugt aus seiner Gruft
Und macht sich in die Wälder:
Die hochbegabte Nachtigall
Ergötzt und füllt mit ihrem Schall
Schon Hügel, Thal und Felder.

Die Glucke führt ihr Völklein aus,
Der Storch baut und bewahrt sein Haus,
Das Schwalblein speist die Jungen:
Der schnelle Hirsch, das leichte Reh
Ist froh, und kommt aus seiner Höh
Ins tiefe Gras gesprungen.

Die Bächlein rauschen in den Sand
Und zieren lieblich ihren Rand
Mit Bäumen, reich an Schatten:
Der Schaf und Hirten Lustgeschrei
Erschallet fröhlich hart dabei
Von grüner Wiesen Matten.

Die unverdrossne Bienenschaar
Fleucht hin und her, sucht hier und dar
Ihr edle Honigspeise:
Des süssen Weinstocks starker Saft
Bringt täglich neue Stärk und Kraft
In seinem schwachen Reise.

Der Weizen wächset mit Gewalt;
Darüber freut sich Jung und Alt,
Und rühmt die grosse Güte
Des, der so überflüssig labt,
Und mit so manchem Gut begabt
Das menschliche Gemüthe.

Ich selbst, ich kann und mag nicht ruhn,
Des grossen Gottes grosses Thun
Erweckt mir alle Sinnen:
Ich singe mit, wenn Alles singt,
Und lasse, was dem Höchsten klingt,
Aus meinem Herzen rinnen.

Ach, denk ich, bist du hier so schön,
Und lässt dus uns so lieblich gehn
Auf dieser armen Erden,
Was will doch wohl nach dieser Welt
Dort in dem reichen Himmelszelt
Und goldnen Schlosse werden!

Welch hohe Lust, welch heller Schein
Wird wohl in Christi Garten sein!
Wie muss es da wohl klingen,
Da so viel tausend Seraphim
Mit unverdrossnem Mund und Stimm
Ihr Hallelujah singen!

O wär ich da, o stünd ich schon,
Ach süsser Gott, vor deinem Thron
Und trüge meine Palmen;
So wollt ich, nach der Engel Weis,
Erhöhen deines Namens Preis
Mit tausend schönen Psalmen.

Doch gleichwohl will ich, weil ich noch
Hier trage dieses Leibes Joch,
Auch nicht gar stille schweigen:
Mein Herze soll sich fort und fort,
An diesem und an allem Ort,
Zu deinem Lobe neigen.

Hilf nur, und segne meinen Geist
Mit Segen, der vom Himmel fleusst,
Dass ich dir stetig blühe:
Gieb dass der Sommer deiner Gnad
In meinem Herzen früh und spat
Viel Glaubensfrücht erziehe.

Mach in mir deinem Geiste Raum,
Dass ich dir werd ein guter Baum,
Und lass mich wohl bekleiben:
Verleihe, dass zu deinem Ruhm
Ich deines Gartens schöne Blum
Und Pflanze möge bleiben.

Erwähle mich zum Paradeis
Und lass mich bis zur letzten Reis
An Leib und Seele grünen:
So will ich dir und deiner Ehr
Allein und keinem Andern mehr
Hier und dort ewig dienen.

Paul Gerhard. 1606-1676.

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