Des Sieges Krone
Sei getreu bis in den Tod:
So will ich dir die Krone des Lebens geben.
Steil und dornig ist der Pfad
Welcher zur Vollendung leitet;
Selig ist, wer ihn betrat,
Und als Streiter Jesu streitet:
Selig, wer den Lauf vollbringt,
Siegend sich zu Jesu schwingt.
Ueberschwenglich ist der Lohn
Der bis in den Tod Getreuen,
Die der Lust der Welt entflohn,
Ihrem Heiland ganz sich weihen,
Deren Hoffnung unverrückt
Nach der Siegeskrone blickt.
Den am Kreuz wir bluten sehn,
Er hat uns den Lohn errungen,
Und zu seines Himmels Höhn
Sich vom Staub emporgeschwungen:
Sieger in des Todes Nacht,
Sprach er selbst: Es ist vollbracht!
Zeuch, o Herr, uns hin zu dir,
Zeuch uns nach, die Schaar der Streiter:
Sturm und Nacht umfängt uns hier,
Droben ist es still und heiter;
Jenseits, hinter Grab und Tod,
Stralt des Lebens Morgenroth.
Auf dann, Mitgenossen, geht
Muthig durch die kurze Wüste:
Seht auf Jesum, wacht und fleht,
Dass Gott selbst zum Kampf euch rüste:
Der in Schwachen mächtig ist,
Gieb uns Sieg durch Jesum Christ.
Samuel Gottlieb Bürde. 1753-1794.