Lied für die Trinitatiszeit
Heilig, Heilig, Heilig, ist der Herr Zebaoth.
Hochheilige Dreieinigkeit,
Die du so süss und milde
Mich hast geschaffen in der Zeit
Zu deinem Ebenbilde:
Ach, dass ich dich von Herzensgrund
Doch lieben möchte alle Stund!
Drum komm doch und zeuch ein bei mir,
Mach Wohnung und bereit mich dir.
O Vater, nimm ganz kräftig ein
Das sehnende Gemüthe;
Mach es zu deinem innern Schrein
Und deiner stillen Hütte;
Vergieb, dass meine Seele sich
So oft zerstreuet jämmerlich;
Versetze sie in deine Ruh,
Dass nichts in ihr sei als nur du.
Gott Sohn, erleuchte den Verstand
Mit deiner Weisheit Lichte;
Vergieb, dass er sich oft gewandt
Zu eitelem Gedichte:
Lass Thun und Denken nur allein
Auf dich hinfort gerichtet sein;
Zeuch mich, dass ich hier allbereit
Entreisse mich vom Tand der Zeit.
O heilger Geist, du Liebesfeur,
Entzünde meinen Willen;
Stärk ihn, komm mir zu Hülf und Steur,
Den deinen zu erfüllen:
Vergieb, dass ich so oft gewollt
Was ich als sündlich nicht gesollt;
Verleih, dass ich mit reiner Brunst
Dich ewig lieb und deine Gunst.
O heilige Dreieinigkeit,
Führ mich nur ganz von hinnen;
Richt zu dem Lauf der Ewigkeit
Die Seel und alle Sinnen:
Vereinge mich, und lass mich hier
Eins mit dir sein, dass ich mit dir
Auch dort sei in der Herrlichkeit,
O heiligste Dreieinigkeit.
Johann Angelus. 1624-1677.