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Studien und Plaudereien. First Series

by Sigmon M. Stern

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VIII

Bella: Hu! wie ist es heute kalt!

Anna: O, das ist gut, ich freue mich, nun haben wir bald Eis und Schnee. Glauben Sie, Herr Meister, daß wir morgen Eis und Schnee haben werden?

Herr Meister: Das kann ich Ihnen nicht sagen, mein Fräulein, wollen Sie so gerne Schneeball werfen?

Anna: O, nicht das, Herr Meister, aber ich möchte gerne im Schnee fahren. Wie heißt der Wagen ohne Räder, in dem man so schnell durch den Schnee fahren kann?

Herr Meister: Der Schlitten.

Bella: Mit Freunden in kalter, klarer Nacht, wenn die Sterne glitzern, beim Mondenlicht dahin zu gleiten auf dem weißen Grunde und nichts, nichts hören, als das Kling, Kling der Glocken, — das ist eine Freude, das ist schön, das ist herrlich (= sehr schön)!

Herr Meister: Finden Sie auch so große Freude am Schlittenfahren, Fräulein Anna?

Anna: Ja, Herr Meister! Das..... wie nennen (= heißen) Sie das Ding von Stahl, das Sie unter die Füße binden, und womit Sie so schnell über das Eis gleiten?

Herr Meister: Das sind Schlittschuhe. Können Sie Schlittschuhe laufen?

Bella: Anna? Ja, Anna kann sehr gut Schlittschuhe laufen.

Anna: Schlittschuhe laufen und Schlittenfahren, das ist mein größtes Vergnügen (= Freude).

Otto: Nun begreife (= verstehe) ich, warum Sie den Winter so gerne haben, Fräulein Anna. Ich habe gestern an Sie gedacht.

Anna: Sie sind sehr gütig, Otto.

Otto: Sagten Sie nicht einmal, der Winter sei die schönste Jahreszeit?

Anna: So sagte ich, und heute muß ich dasselbe sagen.

Otto: Sehr wohl. Als ich gestern von Ihnen ging, dachte ich: Ich will noch ein wenig in den Park reiten. Mein Pferd wurde gesattelt, und bald war ich aus der Stadt, war allein mitten im Walde. Welche Luft (= Wind)! so frisch, ah — so rein; und mein Pferd trabte vorwärts, — vorwärts. Alles um mich war still, ruhig. Aber die Sonnenstrahlen fielen (ich falle, ich fiel, ich bin gefallen) auf die Erde, welche hier und da noch grünte, und das Blau des Himmels war heute klar und ruhig; keine Wolke stand am Himmel. Ich sah ihn (= den Himmel) über mir und sah ihn durch die Zweige der Bäume. Die Bäume, — da standen sie und hatten keine Blätter mehr; von dem starken Stamme gehen Äste nach allen Seiten, und die Äste gehen wieder in so viele, viele kleine Zweige, aber alles endet in Pyramidenform. Welche Symmetrie; ich bewundere die Schönheit des Baumes im Winter, wie ich sie bewundert hatte im Sommer. Ich war so glücklich! Mein braves Pferd trabte langsam weiter und ging nach meinem Willen; ich glaube, es verstand mich und meine Freude. Und ich sprach zu mir selbst: Die Natur ruhet (= rastet). Wie eine schöne junge Dame nach dem Balle, so hat die Natur nach dem Sommer ihr kostbares, grünes Gewand abgelegt und ruht; der frische Wind kühlt sie nun, bald wird sie schlafen im weißen Schneebette, — o, welche Schönheit!

Sie wird sich ausruhen, bis sie wieder stark ist, und schöner als zuvor wird sie dann erwachen zum neuen Frühling.

Wir hoffen, hoffen. Still, still, laßt sie schlafen. Kein Vogel singt, und das Reh eilt (= geht schnell) leise (= nicht laut) vorüber, still, laßt sie (= die Natur) schlafen, laßt sie schlafen.

Louis: Mein Bruder Otto spricht wie ein Poet. Nicht wahr, Fräulein Bella?

Bella: Ja wohl, und hat Illusionen wie ein Poet.

Herr Meister: »Illusionen wie ein Poet.« Wie soll ich das verstehen, Fräulein?

Bella: Ich bin oft durch Feld und Wald gegangen, habe weder im Sommer noch im Winter (= nicht im Sommer und nicht im Winter) dieses Wunderbare gesehen, von dem Freund Otto und die andern Herren Poeten so viel singen.

Otto: Aber, Fräulein Bella, Sie sind so ironisch!

Herr Meister: So sarkastisch, mein Fräulein? und Illusionen sagten Sie? Sehen Sie hier, mein Fräulein, sehen Sie unseres Freundes Ottos Augen, hören Sie seine Stimme; wie glücklich, wie glücklich er noch heute ist, wenn er an die frohe Stunde von gestern denkt. Wenn Illusionen so glücklich machen, so wünsche ich oft solche Illusionen zu haben. Aber, mein liebes Fräulein, waren es Illusionen? Sehen Sie hier. Da steht eine Statue der Venus von Medici, ich stehe davor und bewundere die Schönheit der Menschenfigur, und ich kann Stunden, Stunden da stehen und sie bewundern. Andere Personen gehen an dieser Statue vorbei — sie haben nichts gesehen, als den Marmor, und wollte ich mit ihnen von der Schönheit, von der wunderbaren Schönheit sprechen, sie würden mich ansehen, sie würden sich über mich wundern, aber verstehen würden sie mich nicht, sie würden vielleicht lächeln und sagen: »Illusionen, mein Herr, — Illusionen!« Aber es sind keine Illusionen! nein! Mein Auge ist offen und sieht und versteht das Schöne und erfreut sich am Schönen. Und die Poeten? Ihr Auge und ihr Ohr ist offen für das Schöne in der Natur. Mit ihrer feinern Organisation sehen und hören sie oft mehr, als wir, und verstehen besser die Harmonie in der Natur und den Willen des lieben Gottes, der alles, alles so geschaffen hat. In solchen Momenten ist der Mensch seinem Schöpfer (= Gott) näher (nah [= nicht weit], nah, näher, nächst), und in solchen Momenten ist der Mensch auch am glücklichsten; ist es nicht so, Otto?

Otto: Ganz gewiß, Herr Meister, so ist es, und ich danke Ihnen mit ganzem (= all) Herzen, daß Sie so warm für mich gesprochen haben gegen meine Feindin.

Bella: O, Otto, wie können Sie das sagen? Sie wissen, ich bin nicht Ihre Feindin, Otto!


Louis: Ich habe gestern auch viel Vergnügen gehabt. Ich war im Cirkus. Da habe ich Bären und Wölfe und Tiger und Elefanten und Löwen gesehen.

Anna: Löwen? Was sind das für Tiere?

Louis: Der Löwe ist größer als der Bär und größer als der Wolf und auch schöner. Der Löwe hat eine Mähne, große Augen und ist sehr stark, er ist der König von allen Tieren und kommt von Afrika.

Anna: Ich verstehe. Ich möchte auch in den Cirkus gehen.

Herr Meister: Aber Sie können nicht, mein Fräulein.

Anna: Warum nicht, Herr Meister?

Herr Meister: Ich habe heute Morgen in der Zeitung gelesen, daß.....

Louis: »In der Zeitung,« was heißt das?

Otto: “The Evening Post” ist eine Zeitung. “The Tribune” ist auch eine Zeitung, und “The Herald” auch.

Herr Meister: Aber ich las (ich lese, ich las, ich habe gelesen) keine von diesen Zeitungen, sondern die “Times.”

Anna: Ich hörte meinen Vater sagen, daß “The London Times” die größte Zeitung in der Welt sei.

Herr Meister: So ist es auch. Die größte und vielleicht auch die beste Zeitung Deutschlands ist, »Die Neue Freie Presse« in Wien.

Bella: Ich habe geglaubt, daß “The New York Herald” die größte Zeitung der Welt sei.

Herr Meister: Vielleicht ist es so, ich weiß es nicht. Also, ich sagte, Fräulein Anna, Sie können nicht in den Cirkus gehen, denn ich habe in der Zeitung gelesen, daß gestern Nacht ein großes Feuer in dem Cirkus war.

Louis: Und die schönen Pferde? Und der Löwe? Und der Elefant?

Herr Meister: Die Pferde wurden aus dem Feuer gebracht und leben, auch der Elefant lebt und der Löwe, die andern Tiere aber sind alle, alle verbrannt.

Bella: O, das ist schrecklich!

Anna: O, die armen Tiere!

Herr Meister: Der Elefant hatte mit seinem langen Rüssel die Thüre geöffnet, und ruhig ging er auf die Straße und marschierte da auf und ab.

Louis: Der Elefant ist ein kluges Tier!

Herr Meister: Einer von den Löwen war aus dem Käfig gebrochen (ich breche, ich brach, ich bin gebrochen).

Anna: Käfig? Was ist das?

Herr Meister: Käfig ist das kleine Haus, in dem der Löwe ist. Ein Tiger war ebenfalls (= auch) los. Man fürchtete den Tiger am meisten und erschoß ihn, als er wild durch die Straßen rannte. Dasselbe wollte man mit dem Löwen thun, aber ein Wunder erhielt (ich erhalte, ich erhielt, ich habe erhalten) ihn am Leben.

Louis: Herr Meister, bitte, erzählen Sie uns alles, was Sie wissen.

Herr Meister: »Der Löwe ist los, der Löwe ist los,« so riefen viele Personen, und Männer rannten daher mit Pistolen und Flinten, den Löwen zu schießen. Da auf einmal kam eine junge, schöne Frau und rief laut: »Schießt nicht meinen Löwen, erhaltet mir meinen Löwen.« Sie war die Frau des Wärters.

Louis: Wärter?

Herr Meister: Wärter ist der Mann, der dem Löwen Fleisch bringt und Wasser und alles, was er braucht. Die Frau hatte den Löwen sehr lieb, denn sie hatte den Löwen gekannt, als er noch klein war und in ihres Vaters Haus gebracht wurde. Sie hatte mit ihm gespielt, wie mit einem kleinen Hund, und er war ihr treu, wie ein Hund; und nun wollten die Männer ihn schießen.

»Er thut euch nichts Böses, mein Löwe ist gut,« rief sie. »Bringt mir einen Käfig,« und man brachte einen (= Käfig). Die Frau kam dann mit ihrem Sohne, der neun Jahre alt war, und sie sagte zu ihm: »Nun spiele, mein Sohn, spiele deine Flöte!«

Anna: Was ist eine Flöte, Herr Meister?

Herr Meister: Eine Flöte ist ein Instrument. Im Orchester hat man Trompeten und Flöten, und die Schäfer in alten Zeiten hatten auch Flöten.

Anna: Ich danke Ihnen, Herr Meister, bitte, erzählen Sie nur weiter.

Herr Meister: Der Knabe begann seine Flöte zu spielen und ging langsam zum Löwen. Jetzt kam er zu ihm, die Männer hatten ihre Pistolen und Flinten bereit, aber der Knabe zog einen Dorn aus dem Fuße des Löwen und spielte dann seine Flöte weiter. Dann folgte der Löwe dem Knaben bis an den Käfig. Der Knabe ging in den Käfig, der Löwe folgte auch dahin. Schnell kam der Knabe aus einer kleinen Thüre an der andern Seite des Käfigs. Der Löwe aber war im Käfig.

Louis: O, das war gut.

Bella: Ich bin froh, daß ich es nicht gesehen habe.

Anna: Hier, Bella, fühle, wie mein Herz klopft. Hören Sie es (= mein Herz) nicht klopfen, Herr Meister?

Louis: Ich will antworten für Herrn Meister und sagen, das er nichts hört, nicht wahr? Ich sitze hier an Ihrer linken Seite, so nahe an Ihrem Herzen, und höre nichts, nichts.


Bella: In einem englischen Buche habe ich gelesen, daß in alten Zeiten oft Männer mit wilden Tieren in einer Arena gekämpft haben, und das Männer und Frauen daran ihre größte Freude hatten.

Herr Meister: Heute haben wir diese blutigen Spiele nicht mehr, wir gehen lieber in das Theater, in die Oper und in das Konzert.

Otto: Aber in Spanien und Mexico hat man noch heute Stierkämpfe, und Damen und Herren haben daran großes Vergnügen.

Herr Meister: Haben Sie das Gedicht von Schiller »Der Handschuh« gelesen? Nicht? Ich will Ihnen davon erzählen.

König Franz saß in seinem Löwengarten, um den Kampf zwischen Löwen und Tigern und Leoparden anzusehen. Die besten Ritter standen bei ihm, und die schönsten Damen saßen auf dem Balkone. Da winkte der König mit dem Finger, und aus einem Käfig kam ein großer Löwe. Der ist verwundert über alles, was er sieht, — ist still und legt sich nieder in der Mitte der Arena. Der König winkt wieder, und aus einem zweiten Käfig springt ein Tiger. Wie er den Löwen sieht, beginnt er zu murren und in weitem Kreise (= Zirkel) geht er um den Löwen, er fürchtet sich und legt sich zur Seite nieder. Auf den dritten Wink des Königs kamen zwei Leoparden. Sie erschauen (= sehen) den Tiger, springen wild auf ihn zu, und Tiger und Leoparden wollen kämpfen, da steht der Löwe auf und brüllt laut. Die Bestien gehen zurück, sie fürchten ihren König, den Löwen.

Da fällt von dem Balkone ein Handschuh von der schönen Hand einer Dame. Alle sehen es. Und zu Ritter Delorges spricht Fräulein Kunigunde mit feinem Lächeln: »Herr Ritter, wenn Ihr mich liebet, so wie Ihr mir saget, ei, so bringt mir den Handschuh.«

Und der Ritter bringt aus der Mitte der Bestien den Handschuh. Alle erstaunen und rufen: »Das ist ein braver, tapferer Ritter!« Und Fräulein Kunigunde? Sie sieht auf den Ritter mit Bewunderung und Liebe. Sie will ihm danken. Aber er sagt: »Den Dank, Dame, begehr (= will) ich nicht,« und verläßt sie zur selben Stunde.


Anna: »Und verläßt sie.« Was ist das?

Herr Meister: Der Ritter ging von ihr und kam nie zurück.

Anna: Da war Fräulein Kunigunde aber traurig, nicht wahr?

Louis: Ja, ich glaube sehr.

Bella: Nein, Louis, das glaube ich nicht, denn sie hatte kein Herz, und ein Ritter wie Delorges war zu gut für sie.

Anna: Louis, glauben Sie, daß ein Ritter unter Löwen und Tiger geht? Fürchtet er die Bestien nicht?

Louis: Fürchten? Nein, Anna. Ein guter Ritter fürchtet nichts, das glaube ich; — und ich weiß, ich würde für Sie auch unter Löwen und Panther gehen, o ja, Anna, ganz gewiß.

Anna: O, Louis! Aber ich will nicht, daß Sie es thun.

Herr Meister: Sie haben ein gutes, fühlendes Herz, mein liebes Fräulein! Soll ich Ihnen den Namen einer deutschen Frau nennen, die ein großes, edles (= nobles) Herz hatte, die ein edles, treues Weib war, eine gute, treue Mutter?

Anna: Bitte, Herr Meister!

Herr Meister: Luise, Königin von Preußen.

Bella: Den Namen will ich mir aufschreiben.

Herr Meister: Thun Sie das. Königin Luise — o, was für ein Weib war sie! In ihrer Zeit war Napoleon Herr in Europa, und Europa fühlte seine Hand, besonders aber Preußen und Preußens König. Da war diese Königin Luise, ein schwaches Weib, stärker als alle, weiser als alle. Sie war, wie ein strahlender (= scheinender) Stern in der Nacht. Ein helfender Engel war sie allen; ihrem Gemahl war sie stets zur Seite, im Kabinet und in der Schlacht (= Kampf). Wundern Sie sich, daß sie geliebt wurde vom deutschen Volke, daß das deutsche Volk noch heute sie verehrt, liebt und achtet? Wundern Sie sich, daß die Söhne von einer solchen Mutter gut und groß werden, wie Kaiser Wilhelm es ist?

Bella: Ist Kaiser Wilhelm ihr Sohn?

Herr Meister: Ja, Kaiser Wilhelm ist ihr Sohn. Kaiser Wilhelm ist heute mehr als achtzig Jahre alt, und noch denkt er, wie ein Kind mit liebevollem Herzen, an seine Mutter, und sagt, daß das Andenken (ich denke an) an seine große Mutter ihm Mut und Stärke gegeben in den schwersten Tagen seines Lebens. O, meine Freunde, in den Händen von guten Frauen liegt (= ist) oft das Wohl und Wehe von vielen, vielen Menschen. Unser größter Poet in der alten deutschen Litteratur sagt: »Die Frauen bringen den Menschen von der Hölle zum Himmel,« und Goethe endet sein großes Poem »Faust« mit den Worten:

»Das ewig Weibliche zieht uns hinan.«

»Das ewig Weibliche,« das ist: was ewig gut ist in dem Weibe, — und das ist es, was uns zum Guten bringt, zum Himmel, zu Gott.


Bella: Herr Meister, ich will »Faust« auch lesen, ich habe schon so viel davon (= von »Faust«) gehört.

Otto: Ich habe »Faust« gelesen.

Herr Meister: Im Deutschen, Otto?

Otto: Nein, Herr Meister, im Englischen von Bayard Taylor.

Louis: Bayard Taylor? Das ist ja unser Minister in Deutschland.

Herr Meister: »Minister.« Wir brauchen das Wort »Gesandter« dafür. Präsident Hayes hat ihn nach Deutschland gesandt (ich sende, ich sandte, ich habe gesendet). Bayard Taylor war der amerikanische Gesandte in Deutschland.

Otto: Wissen Sie, Herr Meister, daß Bayard Taylor auch groß geworden ist durch die Frauen?

Herr Meister: Das weiß ich nicht, Otto. Ich habe großes Interesse für Bayard Taylor, und ich würde Ihnen dankbar sein, wenn Sie mir von ihm erzählen wollten.

Otto: Ich glaube, Bayard Taylor war nicht älter als zwanzig Jahre, da liebte er eine junge Dame mit seinem ganzen Herzen (ganz = all), und sie wurde sein Weib, aber wenige Minuten vor ihrem Tode.

Bella: Ach!

Louis: Das ist aber sehr traurig.

Otto: Bayard Taylors Schmerz (= Leid) war groß, sein Herz war krank, er suchte Heilung und wanderte durch viele Länder und schrieb seine ersten Bücher.

Anna: Hat Bayard Taylor nicht wieder (= mehr) geheiratet?

Otto: O ja. Seine zweite Frau ist eine Deutsche, die Tochter eines Professors der Astronomie in Jena. Bayard Taylor sagte einmal von ihr (= von seiner Frau) vor vielen Leuten: »Das Gute, das ich geschrieben habe, danke ich meiner Frau.«

Herr Meister: Wissen Sie, was Richard Wagner einst gethan (hat)? (ich thue, ich that, ich habe gethan.)

Otto: Was, Herr Meister?

Herr Meister: Als im Jahre 1876 das große Singspiel »die Nibelungen« zum ersten Male gespielt wurde, im neuen Theater in Baireuth, da saßen die größten Musiker, Sänger, Schriftsteller (= Autoren), bei einem Bankett. Abbé[VIII-1] Liszt stand auf (ich stehe auf, ich stand auf, ich bin aufgestanden), in seiner Hand hielt (ich halte, ich hielt, ich habe gehalten) er einen goldnen Kranz und sprach lange zum Dichter-Komponisten Wagner und endete dann so: »Diesen Kranz sendet Ihnen Italien,« und Liszt setzte den Kranz auf den Kopf des glücklichen Mannes. Dieser aber nahm den goldnen Kranz und setzte ihn auf den Kopf seiner Gemahlin mit den Worten: »Was ich Gutes geschrieben, das danke ich ihr. Sie habe den Kranz!«

Aber nun wollen wir nach Hause gehen. Adieu, meine Freunde!

Alle: Adieu, Herr Meister!

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