Behemah
Unzucht mit Tieren, — Dieser Titel ist dem Geiste zuwider und beschimpft die Seele. Wie ist’s möglich, sich ohne Abscheu vorzustellen, daß es einen so verderbten Geschmack in der menschlichen Natur geben kann, wenn man bedenkt, wie sehr sie sich über alle Lebewesen zu erheben vermag? Wie sich klar machen, daß ein Mensch sich so hat wegwerfen können? Was, alle Reize, alle Wonnen der Liebe, all ihren Überschwang... hat er einem verächtlichen Tiere vor die Füße legen können! Und der Physis dieser Leidenschaft, diesem begehrenden Fieber, das auf solche Abwege geraten kann, haben die Philosophen ohne jegliches Schamerröten die Moral der Liebe unterordnen können! „Allein ihre Physis ist gut“, haben sie gesagt92. — Nun, schön, lest Tibull und lauft dann und schaut euch diese Physis in den Pyrenäen an, wo jeder Hirt seine begünstigte Ziege hat, und wenn ihr die scheußlichen Vergnügungen des rohen Bergbewohners genugsam betrachtet habt, wiederholt noch einmal: „In der Liebe ist einzig die Physis gut.“
Ein sehr philosophisches Gefühl nur kann einen verpflichten, seine Augen einen Augenblick auf einem so seltsamen Gegenstande ruhen zu lassen, weil dies Gefühl, indem es Kraft gibt, alle Gedanken sich aus dem Kopf zu schlagen, welche Erziehung, Vorurteile und Gewohnheit uns Zug für Zug einprägen, mehr als eine Ansicht, nach der man sich richten kann, mehr als eine Erfahrung gibt, deren Ergebnisse nützlich und seltsam werden können.
Die besondere Form, durch welche die Natur Mann und Weib charakterisiert hat, beweist, daß der Geschlechtsunterschied nicht von einigen oberflächlichen Verschiedenheiten abhängt, sondern daß jedes Geschlecht das Resultat vielleicht so vieler Verschiedenheiten ist, wie es Organe im Menschenleibe gibt, wennschon sie nicht alle in gleicher Weise sinnlich wahrnehmbar sind. Unter denen, die auffallend genug sind, um sich bemerkbar zu machen, gibt es welche, deren Nutzen und Zweck nicht genau festgestellt worden ist. Hängen sie im wesentlichen vom Geschlechte ab, oder sind sie eine notwendige Folge der Anlage der Hauptbestandteile93?
Das Leben heftet sich an alle Formen, behauptet sich jedoch mehr in den einen als in den anderen. Die widernatürlichen menschlichen Produkte haben mehr oder weniger Leben, die aber, die es in allzu ungewöhnlicher Weise sind, gehen bald zugrunde. So wird die so weit wie möglich aufgeklärte Anatomie entscheiden können, bis zu welchem Punkte man Ungeheuer sein, will sagen, von der seiner Art angemessenen Gestaltung sich entfernen kann, ohne die Fortpflanzungsfähigkeit zu verlieren, und bis zu welchem Punkte man es sein kann, ohne die, sich selbst zu erhalten, zu verlieren. Das Studium der Anatomie ist selbst noch nicht auf dieses Feld gelenkt worden, wozu man diesen Irrtum der Natur oder vielmehr diesen Mißbrauch seiner Begierden und Fähigkeiten, die viehische Handlungen veranlassen, benutzen könnte.
Die widernatürlichen Produkte verschiedener Tiere bewahren eine besondere Übereinstimmung mit beiden Arten, indem sie allmählich die Fortpflanzungsfähigkeit verlieren. Die widernatürlichen Produkte der Menschheit sollten uns überdies lehren, bis zu welchem Punkte die vernunftbegabte Seele sich, wenn man so sagen kann, auf die sinnliche Seele überträgt oder sich in ihr entwickelt. Es ist merkwürdig, daß die Wissenschaft solche Nachforschungen außer Acht gelassen hat.
Der wesentlich begründende Teil unseres Seins, der uns in der Hauptsache vom Tier unterscheidet, ist, was wir Seele nennen. Ihr Ursprung, ihre Natur, ihre Bestimmung, der Ort, wo sie ihren Sitz hat, sind ein unerschöpflicher Quell für Probleme und Meinungen. Die einen lassen sie beim Tode zugrunde gehen, andere trennen sie von einem Ganzen, mit dem sie durch Ausgießung vereinigt, wie das Wasser einer schwimmenden Flasche, deren Inhalt, wenn man sie zerbricht, sich mit der Wassermenge vereinigen wird. Diese Ideen sind ins Unendliche abgeändert worden. Die Pythagoräer gaben die Ausgießung nur nach den Wanderungen zu; die Platoniker vereinigten die lauteren Seelen und reinigten die anderen in neuen Körpern. Von da gehen die beiden Seelenwanderungsarten aus, die diese Philosophen lehren.
Was die Streitigkeiten über die Natur der Seele anlangt, so sind sie ein weites Feld der menschlichen Narrheiten; Narrheiten, die selbst ihren eigenen Autoren unverständlich sind. Thales behauptet, die Seele bewege sich in sich selber, Pythagoras, sie sei ein Schatten, der mit der Möglichkeit des in sich selbst Bewegens begabt sei. Plato hält sie für eine geistige Substanz, die sich mit harmonischer Regelmäßigkeit bewege. Aristoteles, mit seinem barbarischen Worte Entelechie bewaffnet, erzählt uns von dem Einklang der Gefühle insgesamt. Heraklit hält sie für eine Ausdünstung, Pythagoras für eine Absonderung der Luft, Empedokles für ein Gemisch der Elemente, Demokrit, Leukipp, Epikur für eine Mischung von, ich weiß nicht welchem Feuer, ich weiß nicht welcher Luft, von, ich weiß nicht welchem Wind und einem anderen Vierten, dessen Name mir nicht bewußt ist. Anaxagoras, Anaximenes, Archelaus setzten sie aus dünner Luft zusammen. Hippones aus Wasser, Xenophon aus Wasser und Erde, Parmenides aus Feuer und Erde, Boetius aus Feuer und Luft, Critius brachte sie ganz einfach im Blute unter, Hippokrates sah in ihr nur den im ganzen Körper ausgedehnten Geist, Mark-Antonin hielt sie für Wind, und Kritolaus, durchschneidend, was er nicht auflösen konnte, nahm eine fünfte Substanz an.
Man muß zugeben, daß eine derartige Nomenklatur nach Parodie aussieht, und möchte beinahe glauben, daß diese großen Geister sich über die Majestät ihres Stoffes lustig machten, wenn man sieht, daß das Resultat ihres Nachdenkens so lächerliche Definitionen waren, wenn man, nur die berühmtesten Modernen lesend, hinsichtlich dieser Materie klarer sähe als durch die Träumereien der Alten. Das bemerkenswerteste Resultat ihrer Meinungen in dieser Art ist, daß man bis auf unsere modernen Dogmen niemals die geringste Idee von der Geistigkeit der Seele gehabt hat, ob man sie gleich aus unsäglich zarten Bestandteilen zusammensetzte94. Alle Philosophen haben sie für materiell gehalten, und man weiß, was beinahe alle über ihre Bestimmung dachten. Wie dem auch sein möge, theoretische Narrheiten, selbst geistvolle Hypothesen werden uns nimmer ebensogut unterrichten wie gut geleitete physische Experimente.
Damit will ich noch nicht glauben, daß sie uns lehren können, welches die Natur der Seele oder der Ort ist, wo sie haust; aber die Abstufungen ihrer Schattierungen können unsäglich seltsam sein, und das ist das einzige Kapitel ihrer Geschichte, das uns zugänglich zu sein scheint.
Unendlich kühn würde die Behauptung sein, daß Tiere nicht denken können, obwohl der Körper unabhängig von dem, was man Seele nennt, das Prinzip des Lebens und der Bewegung besitzt. Der Mensch selber ist oft Maschine: ein Tänzer macht die verschiedensten, in ihrer Gesamtheit geordneten Bewegungen in sehr genauer Weise, ohne im geringsten auf jede dieser Bewegungen im einzelnen acht geben zu können. Der ausübende Musiker tut fast ein gleiches: der Willensakt spricht nur mit, um die Wahl von dieser oder jener Weise zu treffen. Der Anstoß wird den tierischen Gemütern gegeben, das übrige vollzieht sich, ohne daß sie dabei denken. Zerstreute Menschen, Somnambulen verharren oft in einem wahrhaft automatischen Zustande. Die Bewegungen, die für die Bewahrung unseres Gleichgewichts sorgen, sind gewöhnlich ganz unwillkürlich, Geschmacksrichtungen und Abneigungen gehen bei Kindern dem Urteile voraus. Ist die Wirkung äußerer Eindrücke auf unsere Leidenschaften, ohne Hilfe eines Gedankens, einzig durch die wunderbare Übereinstimmung der Nerven und Muskeln nicht sehr unabhängig von uns? Und doch verbreiten all diese körperlichen Bewegungen einen sehr entschiedenen Ausdruck im Gesichte, das in ganz besonderem Einklange mit der Seele steht.
Die vom einfach mechanischen Gesichtspunkt aus betrachteten Tiere würden also schon denen, die ihnen die Gabe des Denkens absprechen, eine große Zahl Aufschlüsse verschaffen; und es würde nicht sehr schwer zu beweisen sein, daß ein großer Teil ihrer selbst erstaunlichsten Handlungen der Denkkraft nicht bedürfte. Wie aber soll man begreifen, daß einfache Automaten einander verstehen, verabredetermaßen handeln, demselben Zwecke nacheifern, mit Menschen im Einklang stehen, für Erziehung empfänglich sind? Man richtet sie ab, sie lernen, man befiehlt ihnen, sie gehorchen, man droht ihnen, sie fürchten sich, man schmeichelt ihnen, sie sind zärtlich: kurz, die Tiere zeigen uns eine Menge spontaner Handlungen, bei denen sie sich als Abbilder der Vernunft und Ungezwungenheit zeigen, um so mehr als sie minder gleichförmig, abwechslungsreicher, eigentümlicher, weniger voraussehend, an momentane Gelegenheit gewöhnt sind; ja es gibt ihrer, die einen entschlossenen Charakter haben, die eifersüchtig, rachsüchtig, lasterhaft sind.
Eins von beiden muß richtig sein: entweder hat es Gott Vergnügen bereitet, lasterhafte Tiere zu bilden und uns in ihnen recht hassenswerte Beispiele zu geben, oder sie haben gleich dem Menschen eine Erbsünde, die ihre Natur verdorben hat. Der erste Satz steht im Widerspruch mit der Bibel, die sagt, daß alles, was aus Gottes Hand hervorgegangen ist, gut und vortrefflich war. Wenn aber die Tiere so waren, wie sie heute sind, wie könnte man sagen, daß sie gut und vortrefflich waren? Oder ist es gut, daß ein Affe bösartig, ein Hund neidisch, eine Katze falsch, ein Raubvogel grausam ist? Man muß sich an den zweiten Satz halten und eine Erbsünde bei ihnen vermuten; eine grundlose Vermutung, die Vernunft und Religion empört.
Nochmals: es ist also durchaus unmöglich, durch theoretische Schlüsse die Demarkationslinie zwischen Mensch und Tier zu ziehen. Unsere Seele hat zu wenige Berührungspunkte, als daß es selbst für die Naturlehre leicht, wäre, bis zu ihr durchzudringen, nur ihre Substanz und ihre Natur zu streifen; man weiß nicht, wo man ihren Sitz festlegen soll. Die einen haben angegeben, sie sei an einem besonderen Orte, von wo aus sie ihre Herrschaft ausübt. Descartes nahm die große Zirbeldrüse an, Vicussens das eirunde Zentrum, Lancifi und Herr de la Peyronie den Rauhkörper, andere die ausgekehlten Körper.
Das Klima, seine Temperatur, die Nahrungsmittel, dickes oder dünnes Blut, tausend rein physische Ursachen bilden Obstruktionen, die ihre Art des Seins beeinflussen. So könnte man, die Voraussetzungen weiterführend, die Wirkungen bis ins Unendliche variieren und an Hand der Ergebnisse beweisen wie die Erfahrung genugsam zeigt, daß es keinen Kopf gibt, er mag so gesund sein wie er will, der nicht eine recht verstopfte Röhre hätte.
Seltsam interessant und nützlich würde es also sein, zu erfahren, bis zu welchem Grade ein durch seine Vermischung mit dem Tiere aus der Menschenart herabgesetztes Wesen mehr oder weniger vernünftig zu sein vermag. Das ist vielleicht die einzige Weise, auf die man die Natur umzingeln könnte, der man so einen Teil ihres Geheimnisses zu entreißen vermöchte. Um aber dahin zu gelangen, müßte man die Produkte beobachten, ihnen eine passende Erziehung geben, und diese Arten von Naturerscheinungen sorgsam studieren. Mutmaßlich würde man aus diesem Wirken mehr Gewinn für den Fortschritt der Kenntnisse des Menschen ziehen als aus den Bemühungen, Stumme und Taube sprechen zu lehren und einem Blinden die mathematischen Wissenschaften beizubringen. Denn die zeigen uns nur die gleiche Natur, ein bißchen weniger vollkommen in ihren Bestandteilen, da das Subjekt, das man zu vervollkommnen sich müht, eines oder zweier Sinne ledig ist. Die Frucht einer Vermischung mit dem Tiere jedoch weist sozusagen eine andere Natur vor, die aber aus ersterer entstanden ist und würde Licht in verschiedene der Punkte bringen, um deren Erforschung alle denkenden Wesen so sehr bemüht sind.
Es ist schwerlich in Zweifel zu ziehen, daß es Produkte der menschlichen Natur mit den Tieren gegeben hat; und warum sollte es denn keine geben? Unzucht mit Tieren war bei den Juden so häufig, daß man befahl, die Frucht mit dem Erzeuger zu verbrennen. Die Jüdinnen hatten vertrauten Umgang mit Tieren95, und das ist meiner Meinung nach sehr seltsam. Ich verstehe, wie ein bäurischer oder verderbter Mann, überwältigt von der Wut des Bedürfnisses oder den Räuschen der Einbildung sich über eine Ziege, eine Stute, selbst eine Kuh hermacht, nichts aber kann mich mit dem Gedanken vertraut machen, daß ein Weib sich von einem Esel den Bauch aufschlitzen läßt. Indessen lautet ein Vers des Levitikus96: „Welches Tier es auch sei.“ Woraus deutlich erhellt, daß die Jüdinnen sich jeder Art von Tieren ohne Unterschied hingaben, und das ist unfaßbar.
Wie dem auch sein möge, es scheint gewiß, daß es Produkte von Ziegen und Menschenart gegeben hat. Die Satyre, Faune, all diese Fabelwesen sind eine sehr bemerkenswerte Folge davon. Satar heißt auf arabisch Ziegenbock. Und der Sündenbock wird von Moses nur angeordnet, um die Israeliten von der Vorliebe abzubringen, die sie für das geile Tier hatten97. Da im Exodus gesagt worden ist, daß man der Götter Antlitz nicht sehen könnte, waren die Israeliten überzeugt, daß sich die Dämonen unter ihrer Gestalt sichtbar machten98; und das ist der Φασμαξσαγον, von dem Jamblique spricht. Auch im Homer trifft man auf diese Erscheinungen. Manethon, Dionysius von Halikarnass und viele andere weisen sehr bemerkenswerte Spuren von diesen ungeheuerlichen Produktionen auf.
Man hat später die Incubusse und Succubusse mit diesen wirklichen Produkten verwechselt. Jeremias spricht von beängstigenden Faunen99, Heraklit hat Satyre beschrieben, die in den Wäldern100 lebten und sich gemeinsam der Weiber erfreuten, deren sie sich bemächtigten. Eduard Tyson hat in gleicher Weise Pygmäen, Cynocephalen und Sphinxe behandelt, dann beschrieb er die Orangutangs und die Aigapithekoi, welche die Affenklasse bilden, die sich der menschlichen Art völlig nähert; denn ein schöner Orangutang zum Exempel ist schöner als ein häßlicher Hottentotte. Münster hat in seinem Werke über die Genesis und den Livitikus alle diese Monstren aus dem δσαγομοσωρ gemacht und die Dinge sehr viel seltsamer gefunden als die Rabbiner. Endlich gibt Abraham Seba diesen Faunen101 Seelen, woraus sich ergibt, daß man ihre Existenz nicht weiter ableugnen kann.
Über die Centauern und Minotauern liegen wahrlich keine ebenso genauen Nachrichten vor, aber die Unmöglichkeit besteht nicht mehr, daß es auch Produkte anderer Arten gegeben hat102. Im verflossenen Jahrhundert ist viel von einem gehörnten Manne die Rede gewesen, den man dem Hofe zeigte. Man kennt die Geschichte des wilden Mädchens, einer Nonne in Châlons, die noch lebt und sehr wohl in einem Verwandtschaftsverhältnisse mit den Waldbewohnern stehen könnte. Der verstorbene Herr Herzog hatte in Chantilly einen Orangutang, der Mädchen vergewaltigte; man mußte ihn töten. Jedermann hat gelesen, was Voltaire über die afrikanischen Ungeheuer schrieb. Allem Anscheine nach ist dieser Erdteil, den man recht wenig kennt, das übliche Theater dieser widernatürlichen Begattungen. Gewißlich muß man ihre Ursache in der Hitze suchen, die in diesen Gefilden übermäßiger ist als an jeder anderen Stelle des Erdglobusses, weil der Mittelpunkt Afrikas, der im Äquatorialgebiete ist, viel entfernter vom Meere liegt als die anderen Teile der Erde, die unter gleichen Breitengraden liegen. Die ungeheuerlichen Paarungen dürften dort also ziemlich üblich sein. Dort mag die wahre Schule der Veränderungen, der Herabwürdigungen103 und vielleicht der physischen Vervollkommnung der Menschenart sein. Ich sage Vervollkommnung, denn was würde es Schöneres unter den beseelten Wesen geben als die Form der Centauern zum Exempel?
Unser berühmter Buffon hat in dieser Beziehung alles getan, was ein Privatmann, der über keine großen Mittel verfügt, sich gestatten kann. Wir haben die Folge dieser Verschiedenheiten bei den Hundearten, der Paarung verschiedener Tierarten, in der Geschichte der Produkte der Maulesel, einer ganz neuen Entdeckung, usw. Aber der große Forscher hat uns seine Erfahrungen über die Vermischungen der Menschen mit Tieren nicht mitgeteilt, und sie müßten gedruckt werden, damit die Möglichkeit bestünde, seine erhabenen Ansichten zu verfolgen, und damit wir, wenn wir ein so herrliches Genie verlieren, nicht der Früchte seiner Ideen verlustig gingen.
Unzucht mit Tieren ist weiter in Frankreich verbreitet, als man annimmt, glücklicherweise nicht aus Neigung, sondern aus Bedürfnis. Alle Hirten in den Pyrenäen sind Tierschänder. Einer ihrer kostbarsten Genüsse ist es, sich der Nasenlöcher einer jungen Kuh zu bedienen, die zu gleicher Zeit ihre Testikeln beleckt. In diesen wenig begangenen Gebirgsteilen hat jeder Hirt seine Lieblingsziege. Man weiß das durch die baskischen Priester. Und wahrlich gerade durch diese Priester müßte man die geschwängerten Ziegen überwachen und ihre Produkte sammeln lassen. Der Intendant von Auch könnte leicht zu diesem Ziele gelangen, ohne das Beichtgeheimnis zu verletzen104 (ein böser Religionsfrevel auf alle Fälle), er könnte sich diese ungeheuerlichen Produkte durch seine Priester verschaffen. Der Priester würde seinem Beichtkinde seine Geliebte abverlangen, die er dem Unterabgeordneten einhändigen würde, ohne den Namen des Liebhabers zu nennen. Ich sehe keine Unannehmlichkeit daraus entstehen, ein Übel, das man nicht mehr zu verhindern wüßte, zum Nutzen der Fortschritte der Kenntnis der Menschen auszubeuten.