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‹Better GutenbergHänsel and GretelDrittes Bild — Das Knusperhäuschen · 6 of 7Contents›

Hänsel and Gretel

by Engelbert Humperdinck

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Drittes Bild. — Das Knusperhäuschen

Erste Scene

(Scene wie vorhin. Der Hintergrund noch von Nebel verhüllt, der sich während des Folgenden langsam verzieht. Die Engel sind verschwunden.)

(Früher Morgen. Taumännchen tritt auf und schüttelt aus einer Glockenblume Tautropfen auf die schlafenden Kinder; diese beginnen sich zu regen.)

Taumännchen.

Der kleine Tau-Mann heiss’ ich—kling!

Mit Mutter Sonne reis’ ich—klang!

Von Ost bis Westen weiss ich—kling!

Wer faul ist und wer fleissig—klang!

Ich komm mit lichtem Sonnenschein und strahl in eure Äugelein, und weck mit kühlem Taue, was schläft auf Flur und Aue.

Dann springet auf, wer fleissig zur frühen Morgenstunde, denn sie hat Gold im Munde.

Drum, Schläfer, auf, erwachet, der lichte Tag schon lachet!

(Ab.)

Gretel (öffnet die Augen, richtet sich halb auf und blickt verwundert um sich, während Hänsel sich auf die andere Seite legt, um weiter zu schlafen).

Wo bin ich? Wach ich? Ist es ein Traum?

Hier lieg’ ich unterm Tannenbaum.

Hoch in den Zweigen lispelt es leise,

Vöglein singen so süsse Weise.

Wohl früh schon waren sie aufgewacht und haben ihr Morgenlied dargebracht.

Guten Morgen, liebe Vöglein, guten Morgen!

(Sie erblickt Hänsel.)

Sieh da, der faule Siebenschläfer!

Wart nur, Dich weck’ ich!

(Sie bückt sich zu ihm nieder und singt ihm ins Ohr.)

Tirelireli,

’s ist nicht mehr früh!

Die Lerche hat’s gesungen und hoch sich aufgeschwungen.

(Aufspringend.)

Tirelireli!

Hänsel (der während des Liedes erwacht ist, reibt sich die Augen, gähnt, dehnt sich und stimmt, gleichfalls aufspringend, munter in Gretels Weise ein).

Kikeriki!

’s ist noch früh!

Ja, hab’s wohl vernommen, der Morgen ist gekommen,

Kikeriki!

Mir ist so wohl, ich weiss nicht wie; so gut wie heute schlief ich nie.

Gretel.

Doch höre nur! Hier unter dem Baum, da hatt’ ich einen wunderschönen Traum.

Hänsel.

Richtig! Auch mir träumte so was!

Gretel.

Mir träumt’ ich hört’ ein Rauschen und Klingen, wie Chöre der Engel ein himmlisches Singen; lichte Wölkchen im rosigen Schein wallten und wogten ins Dunkel herein.

Siehe, hell ward’s mit einem Male, lichtdurchflossen vom Himmelsstrahle; eine goldene Leiter sah ich sich neigen,

Englein zu mir herniedersteigen,

Engel mit goldenen Flügelein—

Hänsel (der ihrer Erzählung mit Zeichen lebhafter Zustimmung gefolgt ist).

Vierzehn müssen’s gewesen sein!

Gretel (erstaunt).

Hast Du denn alles das auch gesehn?

Hänsel.

Freilich! ’s war halt wunderschön—

Und dort hinaus sah ich sie gehn!

(Er wendet sich nach dem Hintergrunde. In diesem Augenblick zerreisst der letzte Nebelschleier. An Stelle des Tannengehölzes erscheint glitzernd im Strahl der aufgehenden Sonne das „Knusperhäuschen“ am Ilsenstein. Links davon in einiger Entfernung befindet sich ein Backofen, diesem rechts gegenüber ein grosser Käfig, beide mit dem Knusperhäuschen durch einen Zaun von Kuchenmännern verbunden.)

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