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Der Wehrwolf: Eine Bauernchronik

by Hermann Löns

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Worterklärung

Um eine völlige Einheitlichkeit zwischen dem Stoffe und der Form zu erzielen, ist in diesem Buche sowohl für den erzählenden Teil wie für die Gespräche die heutige Ausdrucksweise der Bauern der Lüneburger Haide gewählt, die sich in der Hauptsache mit der Redeweise des Landvolkes von ganz Nordwestdeutschland deckt. Ost-und süddeutschen Lesern sind vielleicht die folgenden Erklärungen einiger Ausdrücke angenehm.

1. Die Haidbauern S. 1

Pump, Teich, Tümpel. – Reet, Rohr. – Plagge, Haidscholle. – grall, frisch, klar. – weifen, schlagen. – Brägen, Gehirn, auch Schädel. – Weking, Wittekind. – rohes Mett, gehacktes Fleisch. – Halsbeeke, Halsbach. – Die große Fähre, Verden an der Aller. – Haidjer, Haidbauer. – koppheister, kopfüber. – Sattelmeier, Bauer, der in Kriegsfällen ein Pferd zu stellen hat. – anmeiern, lehnspflichtig machen. – Kuhle, Grube. – beiroden, eingraben. – Koppelweg, Feldweg. – Sternschnuppe, gallertartige Massen, entweder Gallertflechten oder die Eileiter von Fröschen, die von Iltissen oder Reihern wieder ausgewürgt sind. – Schillebold, Wasserjungfer. – Buttervogel, Schmetterling. – Pest-und Sterbevögel, unregelmäßig erscheinende nordische Vögel, wie Kreuzschnabel, Seidenschwanz, Nußhäher. – Brummelbeere, Brombeere. – Brummelbeerlied, ein bekanntes altes Lied, das folgendermaßen beginnt: Es wollt ein Mädchen früh aufstehn, wohl drei vier Stündelein vor Tag.

2. Die Mansfelder S. 8 glatt, hübsch. – Machangel, Wachholder. – grienen, grinsen. – Stegel, Übertritt in der Umzäunung. – Dönze, Stube. – Ule, Eule. – wählig, übermütig. – Dullerche, Haidlerche. – Post, ein Strauch, Porst oder Gagel, auch Gerbermyrte genannt, Myrica gale L. – mülmen, stauben. – bölken, brüllen. – kriejöhlen, kreischen. – Döllmer, Dummkopf. – Lütjemagd, Kleinmagd. – Tater, Zigeuner. – Koppelknecht, Pferdeknecht. – hille, schnell. – quant, derb. – verklaren, erklären. – in die Möte kommen, entgegenkommen. – Butze, Alkoven.

3. Die Braunschweiger S. 20 bören, heben. – Kolüt, der große Brachvogel. – Vagelbund, Vagabund. – Ludjen, Ludwig. – Masch, die Marsch bei Celle. – Hahnjökel, Unfug. – Dietweg, Volksweg, unbefestigter Weg. – Holster, Umhängetasche, Jagdtasche. – Krüppelfuhre, verkrüppelte Kiefer. – prahlen, überlaut reden. – vertoddert, verwickelt. – Brägenschülpen, Schädelbrummen. – Beist, Biest. – Mutter Griebsch, scherzhaft für Hebamme. – Halbetüre, Seitentüre, von Halbe-Seite. – dümpen, dämpfen, würgen. – Grieptoo, Greifzu, ein alter Hundename.

4. Die Weimaraner S. 36 sich verjagen, erschrecken. – Kaff, Spreu. – Altvater, Großvater. – Leibzucht, Altenteil. – schummern, dämmern. – Holler, Holunder. – Eller, Erle. – Abstich, Torfgrube. – Flatt, Sumpf. – Anberg, Hügel. – Adder, Kreuzotter. – Schnake, Natter.

5. Die Marodebrüder S. 50 schlumpen, glücken. – Warnzinken, Geheimzeichen. – Wahrbaum, großer, weit sichtbarer Baum. – Wiede, gedrehter Weidenzweig. – gnickern, kichern. – klöhnen, schwatzen. – Lork, Kröte. – Kahkrähe, Dohle. – Sod, Ziehbrunnen. – Wohld, urwüchsiger Wald. – Teebe, Hund. – Thedel, Theodor.

6. Die Bruchbauern S. 68

Pattweg, Fußweg. – gremstern, räuspern. – Dössel, der Baum, an den die Hälften des Tores angeschlossen werden. – Braken, trockne Zweige. – Risch, Riedgras. – Der große Freie, ein Gau zwischen Hannover und Burgdorf. – Jedoch, ein Weckruf. – Wiem, Boden. – Bröddel, Patsche. – Wurfboden, das Wurzelwerk eines vom Sturme geworfenen Baumes. – Stuken, Baumstumpf. – Markwart, Eichelhäher. – Deele, Diele, der Hauptraum im Hause.

7. Die Wehrwölfe S. 87

Wietze, ein Moorfluß. – Ständer, Hauptbalken. – Hausrichte, Richtefest. – Freundschaft, Verwandtschaft. – Hülse, Stechpalme. – Kneepe, Witze. – Drögmichel, Sauertopf. – Mumm, schweres Bier. – Wolfsangel, ein Zeichen, das viel als Hausmarke gebraucht wurde und das folgende Form hatte: Zeichen: Wolfsangel Variante 1 oder Zeichen: Wolfsangel Variante 2. – Auskiek, Luginsland. – Ort oder Ortstein, Raseneisenstein. – Hornung, Februar. – Steert, Schwanz. – achtern, hinten. – Buchholzer Hengst, Grünspecht. – Witfrau, Witwe. – reihum, der Reihe nach. – Krischan, Christian. – Metz, Messer. – Vorjahr, Frühjahr. – Hille, Mädchenname. – Klapprose, Klatschrose, Feldmohn. – Danzeschatz, Tänzerin. – Halsung, Halsband. – Ilk, Iltis. – fiepen, piepen. – gibbern, gieren. – Beeke, Bach. – Moormännchen, Baumpieper, ein Vogel. – Hainotter, Storch. – Imme, Biene. – Der Wind küselt, er dreht sich, ist nicht beständig. – Brandrute, die eisernen Stangen, auf denen die brennenden Baumstümpfe liegen. – Die Morgenzeit, das Frühstück. – Krüsel, Öllämpchen. – Grauhund, Wolf. – Addernadler, Schlangenadler. – Moorhuhn, Birkhuhn. – Himmelsziege, Heerschnepfe, Bekassine.

8. Die Schnitter S. 116

Ulenflucht, Dämmerung. – Osterblume, Narzisse. – dröge, trocken. – Löft, Verlobung. – Buschkater, Wildkatze. – Tonbank, Schanktisch. – Schneekönig, Zaunkönig. – Lüning, Sperling. – Schütt, Wagenbrett. – Rauk, Kolkrabe. – Hallo, Racheruf. – Strosse, Gurgel. – Tüte, Goldregenpfeifer, ein Vogel. – sich zwillen, sich gabeln.

9. Die Kirchenleute S. 140 benaud, beklommen. – Krähenaugen, Hühneraugen. – Rotbrüstchen, Rotkehlchen. – Kattule, Waldkauz. – Moorochs, Rohrdommel. – Der Fuchs braut, d. h. der Nebel steigt. – Holwiß, Haltfest, alter Hundename. – befreiet, verheiratet. – Schapp, Schrank. – Duffsinn, Unsinn. – beschrieen, verheiratet. – Ohrenstuhl, Lehnstuhl mit Kopfstützen. – Friggetag, Tag der Frigga, Freitag. – Burvogt, Gemeindevorsteher. – Miste, Düngerhaufen.

10. Die Hochzeiter S. 176

Atze, Adolf. – Der bunte Stock, der Meldeknüppel, durch den die Bauern zur Versammlung, dem Bauernmale, gerufen wurden. – unbesonnen, ohne sich zu besinnen. – backen, kleben. – Betze, Füchsin, auch wie Metze für liederliches Weib gebraucht. – bebern, zittern. – wegbleiben, ohnmächtig werden.– Gerd, Gerhard. – olmig, mulmig, wurmstichig. – aufhucken, auf den Rücken nehmen. – Brutlacht, Hochzeit. – Gnitte, Gelse, winzige Mücke. – Bleibengel, Bleiknüppel. – für einen Bauern kaufen, zum Narren haben. – Dutten, Knoten. – dötsch, dumm. – Flachtenwerk, Flechtwerk. – Pottekel, widerlicher Mensch. – faulmäulsch, maulfaul. – Tachs, Dachs. – mit jemand Schindluder spielen, ihn gemein behandeln. – schuddern, schauern.

11. Die Kaiserlichen S. 201 wegzocken, fortlocken. – Stärke, Färse, junge Kuh. – Barte, Beil. – blank, schön, von Frauenzimmern gesagt. – Takelzeug, verdächtige Menschen. – Hillebille, ein an zwei Stricken aufgehängtes Brett, das mit zwei Hämmern geschlagen wird und einen weithin vernehmbaren Schall gibt. – knutschen, zärtlich drücken. – Katteeker, Eichkatze. – Sohl, Wasserloch.

12. Die Schweden S. 217 einem eine Schande machen, einen ausschimpfen.– Piewitt, Kiebitz. – wricken, zusammenflechten, ineinanderwirken. – Immenquaddeln, Blasen von Bienenstichen. – fründjen gehen, auf Liebschaft gehen. – Immenangel, Bienenstachel. – beleben, erleben. – ungebörnt, nüchtern.

13. Die Haidbauern S. 235

Stiege, Reihe. – Leiche, Beerdigung. – nieseln, dünn regnen. – Missentür, Einfahrtstor.


Druck von Hesse & Becker in Leipzig.

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